Monday, October 30, 2006

Ueber Straende und Mehr

Zunaechst der aktuelle Wetterbericht: Alicante-sonnig, windstill, dreissig Grad werden erwartet...
Aus den soeben uebermittelten Informationen laesst sich dann auch ohne groesseren Formelaufwand ermitteln, wo ich mich in den letzten zwei Tagen hauptsaechlich aufgehalten habe - richtig, am Strand von Alicante, auch Postiguet genannt. Dazu ein paar kurze Eindruecke: seeeehr viele Sonenanbeter, einige Badegaeste, erstaunlich viele (angesichts des FKK-Verbots) freizuegige Damen jeglichen Alters und jeglicher Statur, dazu junge Damen asiatischer Abstammung, die Massagen anbieten (gegen Entgeld, versteht sich), ein staendig belegtes Volleyballfeld und eine witzige Tafel fuer solitaere Tischtennisspieler (haben auch einen ergrauten Herrn in roter Badehose gesehen, der ganz begeistert dabei war, sich den Ball um die Ohren zu hauen). Natuerlich darf auch das Maxibon-Eis nicht fehlen (Ina: Ich hoffe, ihr habt euch in Madrid noch diesem Genuss hingegeben!).
Von Mittwoch bis Freitag hat mich ein Stueck Heimat (heimge/)besucht - Ina und Sylvio waren die ersten, die sich getraut haben;) Mit Tapas und Eis essen, Strand-, Markt- und Campusbesuch verging die Zeit wie im Flug! Am Samstag war ich dann in einer Spanisch-WG zum gemeinschaftlichen Kochen und Essen eingeladen (ist die Ex-Wg einer deutschen Freundin hier), wobei der Plan entstand, demnaechst mal einen "deutschen Abend" durchzufuehren...
Am Mittwoch ist wieder mal Puente - ich werde mich einer Wandergruppe anschliessen, die einen der umliegenden Berge besteigen will. Und naechste Woche beginnt dann ein sechsmonatiger Kurs, der einen auf zukuenftige Voluntariate im sozialen und im Umweltbereich vorbereiten soll, ich bin gespannt!

Monday, October 23, 2006

Das letzte Wochenende

Wie schoen!! Auch in Alicamte kann frau also in den Genuss von Ska-Musik kommen, alles eine Frage der richtigen Internetseite und eines aufmerksamen Beobachterblickes im Alicantiner Stadtgeschehen (an jeder halbwegs geeigneten Flaeche haengen Plakate mit Ankuendigungen fuer Konzerte, ERASMUS-Parties (uebe mich in Enthaltsamkeit), Liederabende, Schoenheitsoperationen, Autoverkaeufe...). Fuer Ska- und Reggaebegeisterte Leute ist hier das Jamboree zu empfehlen, dort habe ich auch schon ein Konzert der Band "Fnkfabrik" aus Berlin (!!!) besucht sowie letzten Freitag besagtes Skakonzert.
Erkenntnisse: Auch den Spaniern gefaellt Ska (habe noch nie so viele Leute so dicht aneinandergedraengt gesehen, da war Tanzen kaum moeglich-Spass hat's trotzdem gemacht!), nur der Porrokonsum ist ungefaehr zehnmal so hoch - Marihuana ist hier das Normalste auf der Welt, auch bei uns auf der Terrasse steht eine Pflanze und wird gehegt und gepflegt (kann schon sein, dass beim Abendessen auf der Terrassse ab und zu ein lieblicher Duft herueberweht...). Noch extremer ist der Mitbewohner vom Marcos, der hat gleich ein ganzes Zimmer der Marihuanapflanzenzucht verschrieben und laesst das Licht jetzt dauerbrennen (kein Kommentar). Am selben Abend war dann auch noch ein Hospitalityclubmitglied aus dem scheenen Bayern eingetroffen (hatte ich an Marcos weitervermittelt), so dass wir uns mit der ebenfalls ueber den HC gekommenen Mitbewohnerin von Marcos und Eloy einen internationalen Abend gemacht haben (uuuh...das Deutsch, es leidet...): Argentinien-Ungarn-Deutschland-Bayern.
Am Samstag abend bin ich dann mit zwei Freunden nach Calpe gefahren, liegt ca. 1,5 Stunden von Alicante entfernt und scharft den Blick fuer all das, was Alicante NICHT zu bieten hat: mediterranes Flair, einen spektakulaeren Felsen im Meer, der bewandert und beklettert werden kann, niedliche kleine Gassen, Wandmalereien (damit ist nicht Graffitti gemeint) und vor allem: die Fiesta "Moros y Cristianos", in der die Rueckeroberung resp. Verteidigung spanischen Territorriums gegen die Mauren dargestellt und ausgiebig gefeiert wird. Zunaechst wurden wir Zeugen eines pompoesen Umzugs, der so knappe vier Stunden gedauert und an dem so ungefaehr ganz Calpe auf die ein oder andere Weise teilgenommen hat-ausgefallene Kostueme, exotische Musik und ein frenetisch feierndes Publikum liessen mich dazu verleiten, grob geschaetzt 150 Fotos zu knipsen... (ab morgen habe ich dann endlich meinen Laptop und kann euch Beweismaterial vorlegen!!). Ausklang fand die Fiesta in einer die Nacht zum Tage machenden Dauerfete mit traditioneller Blasmusik (mit Pauken und Trompeten laesst sich's am Treffendsten beschreiben) und viiiiel mehr oder weniger harmlosen Getraenken... Hoehepunkt war fuer mich die Entscheidung, die Feier spontan in den Vorraum einer Bank zu verlegen und bei laufender Ueberwachungskamera nochmal so richtig aufzudrehen:)
Soo, die Uni ruft, bald mehr!

Sunday, October 15, 2006

GRANADA

Uiii, was ein Wochenende!
Sitze gerade im Internetcafé und graule mich, die fuenf Etagen bis zu meinem Piso hochzusteigen...Grund ist, dass ich gestern 3.000(in Worten: dreitausend) Hoehenmeter zurueckgelegt habe, inklusive Besteigung des Mulhacín (seines Zeichens der hoechste Berg der spanischen Halbinsel, der hoechste befindet sich auf Teneriffa)! Und wieder einmal gebuehrt der Dank dem Hospitalityclub!
Auch wenn der Empfang eher karg ausfiel...denn als ich am Donnerstag gegen 11 Uhr mittags in Granada ankam, wollte mir zunaechst keiner die Tuer oeffnen. Dann tauchte irgendwann ein verschlafenes Persoenchen auf um mir mitzuteilen, dass Luis (mein Gastgeber) noch dabei sei seinen Rausch auszuschlafen. Danach verschwandt auch Valerie (denn das war und ist ihr Name) wieder ins Bet und ueberliess mich meinem Schicksal und einer getigerten Katze, die sich spontan meinen Schoss als Schlafplatz auserkor. Nach einer Stunde ratlosen Vorsichhindaemmerns auf dem Wohnzimmersofa erschienen dann so nach und nach die Mitbewohner und auch Luis unternahm erste Wiederbelebungsversuche mithilfe eines grossen Pottes Kaffee.
Es stellte sich schnell heraus, dass ich in der perfekten WG gelandet war - die Leute superfreundlich und zudem auch noch kochbegeistert;) Habe in der kurzen Zeit meines Aufenthalts mehrere Gerichte sowie einen Kuchen und unzaehlige Tees serviert bekommen!
Von Freitag bis Samstag sind wir dann in einer Gruppe von 10 Personen in die Sierra Nevada gefahren und haben sogar eine Nacht auf einer Berghuette verbracht. Dafuer, dass alles ganz furchtbar unorganisiert war, hat sich im Endeffekt alles ganz prima gefuegt, abgesehen davon, dass ich abends den Bus verpasst habe (der Busfahrer hatte meine Frage nach dem Weg zum Busbhf spontan in eine Frage nach dem Hauptbhf (Zuege) uminterpretiert...). Letzten Endes habe ich die weitere Nacht in Granada natuerlich nicht bereut, zumal mich Luis auch ganz fuersorglich mit Schokolade getroestet hat;)

Ein prima verlaengertes Wochenende - da faellt die Umstellung morgen schwer...

Tuesday, October 10, 2006

So, jetzt soll endlich mal ein bisschen Schwung in die ganze Sache kommen!
Es macht sich doch bemerkbar, dass ich zu Hause noch nicht ueber Internet verfuege, da bin ich dann meist zu faul, nach meinem Unitag noch ins Rechenzentrum zu gehen - und abgesehen davon bin ich kaum einen Abend zu Hause anzutreffen. In letzter Zeit treibe ich mich meistens beim Marcos herum, entweder wir kochen zusammen oder wir schauen uns einen Film an, meistens aber beides:)
Den ersten "Puente" (Brueckentag) habe ich jedenfalls gut ueberstanden. Der Puente ist hier in Spanien eine ganz grosse Sache, ganze Lehrveranstaltungen werden verlegt, um aus einem simplen Feiertag gleich ein seeehr verlaengertes Wochenende zu basteln!...abgesehen davon fehlen aber auch so staendig irgendwelche Professoren, ist bis jetzt aber immer nur in den Kursen der anderen vorgekommen...toitoitoi.
Diesen Donnerstag folgt dann gleich der naechste Puente, was ich dazu nutzen werde, nach Granada zu fahren!
Beim Anblick meines Stundenplans meldet sich bei mir jedes Mal das schlechte Gewissen - zwei freie Tage und insgesamt fuenf Kurse (je zweimal pro Woche), davon besuche ich einen aus reinem Interesse, das heisst, er kann mir nicht fuer mein Studium in Leipzig angerechnet werden. Er heisst "Ideologien und soziale Bewegungen von der Franzoesischen Revolution bis zur Neuzeit" und verspricht, sehr interessant zu werden!
Mittlerweile kann ich mir schon vorstellen, hier ein Jahr zu verbringen, in den ersten Wochen kam es mir doch eher wie Urlaub plus Sprachkurs vor;)